Es war gegen Ende der 70er Jahre, an einem kalten Wintermorgen in Brand, einem kleinen touristischen Bergdorf inmitten der Alpen, auch genannt die „Perle“ Österreichs. Ein junger Schilehrer mit enormem Vollbart, gekleidet in seiner roten Arbeitsmontur machte sich auf den Weg zu seiner Arbeit, wo ihn eine süße, unschuldige Holländerin zu ihrer ersten Schiunterrichtsstunde erwartete...
Etwa 5 Jahre später bin ich als Teil einer Großfamilie in diesem tiefen Tal, Brand, geboren. Ich erinnere mich gerne an meine Kindheit und Jugend, vor allem daran, dass die „nur“ 700 Bergbewohner früher so richtig wussten wie man Partys veranstaltet für seine Gäste; abfeiern bis in die Morgenstunden, tanzen, trinken und vor allem Live Musik. Aber nicht nur die typische umtata Musik einer Après Ski Bar. Wir hatten eine im Dorf weltbekannte Alternativ – Akustik – Rock Band genannt „Beck’s Company“. Meine etwas hirnverbrannten „Abhauaktionen“ mit 12 sehe ich noch vor mir als ob es gestern war. Mitten in der Nacht, kletternd über die schwindligen Höhen unseres Daches, etwa einen Meter Schnee und Eises Glätte, auf dem Weg ins Pub. Ich musste diese Band hören, ihre Songs von Tracy Chapman, Barclay James Harvest, Neil Young, U2...ich war jung und komplett verrückt! Ich habs überlebt und es war eine der schönsten und meist inspirierenden Zeiten meines Lebens und so fingen meine Träume an in Bewegung zu kommen. Ich will ein Rockstar werden!
Ich muss echt lachen wenn ich daran zurück denke, wie ich oft unter der Dusche gestanden bin, mit der Shampooflasche in meiner Hand und rufend „thanx for this Grammy, I wanna thank my mum and dad and…”. Ach ja, Träume. Bei meinen ersten Textversuchen wusste ich nicht wo ich anfangen sollte und vor allem worüber ich schreiben könnte. Mich selbst? Liebe? Drogen? Sex? Die Welt? Gott? Hm, wie komme ich an Inspiration und vor allem wie kann ich meine Emotionen einfangen, sie in Wörter umwandeln um dann aufzuschreiben.
Im Sommer 1998 war ich auf Urlaub in Holland. Ich saß im Zug mit einem Notizblock und einem Bleistift, aber worüber könnte ich schreiben? Ich glotzte hinaus und bemerkte den wunderschönen Sonnenuntergang. Ich beobachtete den überwältigenden Horizont mit seinen vielen leuchtenden Farben und bekam eine Gänsehaut von den letzten warmen Sonnenstrahlen die sanft über mein Gesicht streichelten ...und plötzlich begann meine Hand wie von selbst zu schreiben, wow! Adrenalin schoss durch meinen Körper mit einem Kick, wie ich ihn vorher noch nie gefühlt habe und ich schrieb nur so drauflos, Reime, ganze Absätze... über die wunderschönen Landschaften, die Aussicht über die vielen Seen, über die Welt da draußen und ihre dunkler werdenden Schleier die sie langsam über die endlos scheinenden Wiesen wirft. Es war eine Welle der Begeisterung.
So bemerkte ich, sobald alles um mich herum in Bewegung ist und die verändernden Bilder in Kombination mit verschiedenen Emotionen treten, dass es auf einmal anfängt zu arbeiten in meinem Kopf. Es war klar, ich will reisen, will im Gefühl dieser Bewegung bleiben und schreiben, will die Welt sehen aus meinen Augen und all meine Emotionen beschreiben und mit jedem teilen! Auch mit dir...
Nächste Mal erzähle ich euch mehr über den verrückten Kerl, seine Reisen und über seinen Weg zu einem Singer & Songwriter, über sein Tagebuch!
Bis dann
Falco Luneau
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